Das sind die Faktoren für den Speller Erfolg in den ersten acht Pflichtspielen
Die Serie des SC Spelle-Venhaus ist mit der Derby-Niederlage bei der U23 des SV Meppen gerissen. Doch was hat die Mannschaft in den vorherigen acht Pflichtspielen seit dem Saisonstart so erfolgreich gemacht?
Das 0:4 gegen den SVM ist ausgesprochen ärgerlich. Es soll die Ausnahme bleiben. Schon am Samstag ab 17.30 Uhr will das Team im Viertelfinale des Niedersachsenpokals gegen den Titelverteidiger Lüneburger SK Hansa wieder zeigen, was es wirklich kann. Bis auf Meppen „waren wir in fast allen Saisonspielen die bessere Mannschaft und näher am Sieg“, erklärt der Sportliche Leiter Tobias Harink. Außer beim 1:0 in Wilhelmshaven, wo das Spielglück sich auf die Speller Seite schlug. Auch gegen Rehden, Lüneburg und Heeslingen waren Siege möglich.
Die Gründe für den guten Start sieht Harink vor allem im Bereich der Kontinuität. Der SCSV hat seine Mannschaft der vergangenen Serie als Grundgerüst gehalten. Und sie entwickelt sich weiter, auch dank der Arbeit der Trainer und durch die Neuzugänge.
Die Trainer: Das Team mit Henry Hupe, Co-Trainer Thomas Klimka und Torwarttrainer Alex Moll leistet gute Arbeit. Das bestätigen auch die Spieler immer wieder. Die Trainer investieren viel Zeit, die über Übungseinheiten und Spiele hinausgeht. Das wird von außen nicht immer sichtbar. Beispiel Thomas Klimka: Der 30-Jährige, der schon Erfahrungen gesammelt hat beim Nachwuchs von Preußen Münster und bei Borussia Münster, feilt nicht nur an den Standardsituationen der Speller, sondern kümmert sich auch intensiv um die Gegneranalyse. Da mittlerweile viele Videos mit Oberliga-Partien vorhanden sind, ist die Grundlage für umfangreiche Informationen geschaffen. Klimka schaut sich nicht nur das letzte Spiel an. Er arbeitet die Daten akribisch auf, sodass die Mannschaft genau weiß, was sie auf dem Platz erwartet - auch bei Standardsituationen. „Das macht sich auch in Punkten bemerkbar“, erklärt Harink. „Thomas und Henry fahren nicht nur dreimal die Woche zum Training nach Spelle und zurück. Sie investieren unheimlich viel Zeit in den Trainerjob“, erläutert Harink. Dazu kommen Einzel- und Gruppengespräche mit Spielern.
Entwicklung der Mannschaft: Anders als einige andere Clubs der Oberliga, die Fußballer aus höheren Ligen holen, entwickelt der SCSV seine Spieler, die überwiegend aus einem Radius von 50 Kilometern kommen, weiter. „Wir können nicht nur mithalten, sondern dominieren die Spiele auch in der Regel“, stellt Harink fest. Speller Markenzeichen sind eine hohe Intensität im Spiel und das hohe spielerische Potenzial. Dazu kommt ein starkes Zweikampfverhalten.
Im Kader passt die Altersstruktur: Janik Jesgarzewski, Bernd Lichtenstein und Jan-Luca Ahillen sind 30 Jahre oder älter. 14 Spieler sind 21 bis 25 Jahre, also im „goldenen Alter“, und können noch erhebliche Fortschritte machen. Ein Beispiel ist Tjark Höpfner. Der 21-jährige Außenbahnspieler, zweitjüngster im Aufgebot, war in allen neun Pflichtspielen dieser Saison beinahe über die volle Distanz im Einsatz.
Die Neuen: Im Sommer sind fünf Spieler gekommen. Joe Klöpper strahlt als Abwehrchef Ruhe aus und ist zweikampfstark. Daniel Benke kann im letzten Drittel Spiele entscheiden. Benjamin Evers spielt sehr intensiv, gewinnt viele Bälle und unterbindet durch sein Laufverhalten gefährliche Aktionen des Gegners. Moritz Pauli hatte Pech, als er sich am Ende der starken Vorbereitung verletzte. Er verfügt über Qualitäten bei Standards und brennt auf weitere Einsätze wie auch Jan Wulkotte, der einen hohen Stellenwert in der Mannschaft hat und im Training immer 100 Prozent Einsatz bringt.
Die Qualität im Speller Kader ist hoch: Das führt zu einer starken Konkurrenzsituation und schafft im Training eine noch höhere Intensität, von der alle Spieler profitieren. Andererseits ermöglicht sie in den Spielen starke Impulse von der Bank. Schon zweimal haben eingewechselte Spieler in dieser Serie wichtige Tore geschossen: Jan Popov beim Pokalsieg gegen Heeslingen, Moritz Pauli beim Punktspiel in Heeslingen.
Der SCSV will seinen eingeschlagenen Weg fortsetzen: Die Kontinuität ist auch in Zukunft ganz wichtig. „Es ist unser Ziel, diesen Kern, den wir gerade haben, langfristig zu halten und diese Spieler weiterzuentwickeln“, sieht Harink gute Perspektiven für die Schwarz-Weißen. „Jedes Training macht von der Intensität und der Qualität her Spaß. Das ist eine wichtige Voraussetzung, um erfolgreich zu sein.“