Jan Wulkotte zum Speller Derby in Meppen: Das ist etwas ganz Besonderes
Emslandderby in der Fußball-Oberliga. Der SC Spelle-Venhaus tritt am Sonntag um 15 Uhr bei der U23 des SV Meppen an. Ein reizvolles Duell auf dem Sportgelände des SV Hemsen, zumal gleich ein Quartett der Gäste seit 2025 direkt von der Talentschmiede der Kreisstädter zum SCSV gewechselt ist. „Das ist etwas Besonderes, wenn man auf seinen ehemaligen Verein trifft“, erklärt Jan Wulkotte, der acht Jahre im Team des SVM aufgelaufen ist.
Der 27-Jährige war insgesamt 13 Jahre bei den Blau-Weißen. Für die U23 hat der vielseitige Spieler, der Erfahrung auf der rechten Außenbahn und in der Innenverteidigung aufweist, 151 Partien bestritten. Er kennt den Gutteil der Mannschaft, „einige sind enge Freunde“. Dazu zählen etwa der Kapitän Moritz Hinnenkamp oder Paul Kassens, der wie Felix Golkowski in Münster mit Wulkotte in einer Wohngemeinschaft lebt. Golkowski kam 2025 nach Spelle, 2026 folgten neben Wulkotte noch Daniel Benke und Joe Klöpper. Mit Janik Jesgarzewski, Jan-Luca Ahillen, Adrian Lenz, Mattis Niemann und Steffen Wranik haben weitere Speller eine SVM-Vergangenheit.
13 Jahre beim SVM
Aber kein anderer Spieler aus dem aktuellen Kader von Trainer Henry Hupe hat so lange für Meppen gespielt wie Wulkotte, der natürlich noch Drähte zu den ehemaligen Mitspielern hat. Ein Spiel hat er sich diese Serie angeschaut: die Partie gegen den aktuellen Tabellenführer Heeslingen. Die Mannschaft von Trainer George Yumusak, der auch schon für den SV Holthausen Biene angetreten ist, führte durch einen lupenreinen Hattrick von Oussama Marmouk nach 23 Minuten. Am Ende siegte Heeslingen in Überzahl und dank zweier Elfmeter in den letzten Minuten 5:3.
SCSV will endlich ersten Dreier
Der SVM gewann sein einziges Spiel gegen Eintracht Braunschweig II. Mit vier Punkten und 11:22 Toren ist das Team auf Platz 14 gerutscht, einen Abstiegsrang. Der SCSV ist mit 15 Punkten (17:7 Tore) ärgster Verfolger des ebenfalls noch ungeschlagenen Spitzenduos Heeslingen und Rehden (17 Punkte). Damit scheint die Favoritenrolle zugeteilt. Allerdings haben die Speller drei der vier jüngsten Spiele gegen Meppens U23 verloren und nur ein Unentschieden geholt.
Mit Sieggarantie gegen Spelle
Reicht es Sonntag endlich für den ersten SCSV-Sieg? Daran wollen die ehemaligen Meppener mitwirken. Wulkotte hat dreimal mit dem SVM gegen Spelle gespielt. Dreimal hat er gewonnen und ein Tor geschossen. Beim 2:0 im Mai 2025 sorgte er für die Führung der Gäste. Nur beim einzigen Remis stand er nicht auf dem Platz.
„Den Schwung mitnehmen“
Wulkotte hofft, dass dem SCSV endlich der erste Sieg gelingt. Dazu wollen die Meppener ihren Teil beitragen. Aber er warnt davor, die SVM-Talente mit dem jüngsten Aufgebot der Liga zu unterschätzen. „Sie sind im Moment nicht so gut drauf, aber sie haben richtig hohe Qualität.“ Dazu kommt auch Unterstützung aus dem Drittliga-Kader. „Das ist keine leichte Aufgabe“, erklärt Wulkotte. „Aber wenn wir den Schwung mitnehmen von unserem Saisonstart und gerade von der ersten Halbzeit gegen Braunschweig, dann bin ich zuversichtlich.“ Die Speller sind seit zehn Pflichtspielen ungeschlagen.
„Hohe Qualität im Kader“
Wulkotte, in Meppen ein Dauerbrenner, war erst in zwei Punktspielen dabei. „Einfach ist es nicht. Man spielt Fußball, um auf dem Platz zu stehen. Aber die Qualität im Kader ist hoch. Da kann es passieren, dass man zu weniger Einsätzen kommt.“ Für den Abwehrspieler ist es wichtig, „immer weiterzumachen. Vielleicht den Tick mehr zu machen, auch außerhalb vom Fußball.“
Kaum verletzte Spieler
Zuletzt hat Hupe zumeist auf die eingespielte Formation gesetzt. Zudem sind mit Steffen Wranik und Luca Tersteeg nur zwei Spieler angeschlagen. Gelbsperren gab es noch nicht, die eine Veränderung des Kaders erforderlich gemacht hätten.
Harink: Hoher Stellenwert
Die Speller wissen, was sie an Wulkotte haben. „Durch die Art und Weise, wie er im Training zur Sache geht, welche Leidenschaft er einbringt und in der Kabine gute Laune verbreitet. Auch er hat großen Anteil an dieser Atmosphäre, die wir gerade haben in der Mannschaft“, verweist der Sportliche Leiter Tobias Harink auf den hohen Stellenwert Wulkottes im Team.
„Unfassbarer Zusammenhalt im Team“
Wulkotte fühlt sich in Spelle wohl. „Es verändert sich weiterhin eigentlich immer noch weiter zum Positiven. Die Jungs sind alle mega cool drauf, das Training macht richtig viel Spaß, das Umfeld ist schon sehr gut.“ Der Student (Physik) schätzt den „unfassbaren Zusammenhalt im Team“. „Die Trainingsqualität sei sehr hoch, weil im Kampf um die Plätze alle immer 100 Prozent geben müssen“, nennt er Gründe für den aktuellen Erfolg. Fehlt nur noch der erste Sieg gegen Meppen.
Das Foto zeigt Jan Wulkotte (vorne links) beim Test gegen den VfL Osnabrück.