Peter Neiss: Von der Fanszene zum Macher der Speller Stadionhefts
„Ich bin ein Zahlenmensch“, sagt Peter Neiss, der beruflich als Controller tätig ist. Beim SC Spelle-Venhaus ist er für das Stadionheft zuständig – fast 22 Jahre, davon bald 20 eigenverantwortlich. „Das macht mir einfach Spaß“, gefallen ihm das selbständige Arbeiten, die Recherche und der Kontakt zu vielen Menschen besonders.
Zum Heimspiel gegen Hildesheim ist das Stadionheft letztmals als Printprodukt erschienen. Gegen Rehden wird die 583. Ausgabe erstmals nur noch digital angeboten: Als Download auf der SCSV-Homepage (hier der Link: https://scsv.de/abteilung/fussball/stadionzeitung) oder per QR-Code. Für Neiss ändert sich nicht viel. „Jede zweite Woche fallen etliche Stunden für das Stadionheft an.“ Das heißt für den Speller, Texte sammeln, zusammenstellen, oft ein bisschen kürzen sowie Fotos aussuchen und bearbeiten. Einige Texte verfasst Neiss selbst, vor allem in den ersten Jahren. Kein unerheblicher Aufwand. Als pdf-Datei gibt es das Stadionheft schon seit mehr als 15 Jahren.
Erste Ausgabe zum 9. April 1989
Der Vorstand der SCSV-Fußballabteilung beschloss am 6. März 1989 zum Ende der ersten Landesliga-Saison, zu jedem Heimspiel der ersten Mannschaft eine Stadionzeitung herauszugeben. Paul Knieper übernahm die Aufgabe. Die erste Ausgabe erschien zum Heimspiel gegen den BV Cloppenburg am 9. April 1989. Vom Juli 1996 bis Juni 2003 zeichnete Dennis Seegers verantwortlich, danach Siggi Wolff bis November 2007. Dann übernahm Peter Neiss.
„Dann bin ich da einfach reingerutscht“
Der Speller, der aus der Fanszene des SCSV (Block K) kommt, lernte Wolff in Gesprächen kennen: „Dann bin ich da einfach reingerutscht.“ Das sei Ende 2005 gewesen, nach der Gründung des Fanprojekts Block K. Michael Schweer, ebenfalls aus der Speller Fanszene (Block K, WBC) und heute einer der Stadionsprecher, war damals im Team dabei. In den Anfangsjahren sei das Material manchmal eher knapp gewesen, erinnert sich Neiss, der Personen im Verein oder Mannschaften ansprach und so zu Informationen kam. Oft nutzte er auch Fotos des Speller Fanprojekts, das damals sehr aktiv war.
Auch andere Sportarten kommen gut an
Im Stadionheft ist Fußball der große Schwerpunkt, aber auch andere Sportarten werden berücksichtigt. Der Höhenflug der Volleyballerinnen etwa, Basketball oder Tischtennis. „Das kommt gut an in den anderen Sparten“, sagt Neiss. „Ebenso sind die Berichte aus der SCSV-Geschichte sehr beliebt, bei denen sich der ein oder andere Speller nach Jahrzehnten auf vergessenen Fotos wiederfindet. Ansonsten gab es schon viele Themen, zum Beispiel einen Bericht über die langjährige Vorliebe der Schwarz-Weißen für gestreifte Trikots.“
28 Seiten üblich
Das Stadionheft wurde von Beginn an vom Speller Druck und seit zwei Jahren vom Druckhaus Plagge in Meppen gedruckt. Zuletzt konnte Neiss das ganze Material gar nicht mehr auf den üblichen 28 Seiten unterbringen. Ein größerer Umfang blieb aber die Ausnahme – bei besonders interessanten Partien, wie dem ersten Pflichtspiel-Derby gegen den SV Meppen in der Regionalliga, als Heft zu einem Doppel-Heimspieltag oder zu Jubiläen, wie zuletzt der 500. Ausgabe.
Das Leitungsteam sagt Danke
Der SCSV weiß den Einsatz von Neiss zu schätzen. Das Leitungsteam der Fußballabteilung mit Markus Schütte, Wolfgang Schütte und Torben Thien nutzt die Gelegenheit, ihm seine Wertschätzung auszudrücken: „Wir möchten einfach mal Danke sagen: Danke, Peter Neiss! Peter prägt seit über 20 Jahren das Gesicht unseres Vereins nach außen, indem er mit unermüdlichem Einsatz unser Stadionheft gestaltet. Als Fan im Block K fing alles an. Jede Ausgabe trägt seine Handschrift. Ohne sein Engagement wäre der Spieltag für die Fans im Stadion nicht derselbe. Er investiert Woche für Woche unzählige Stunden Freizeit, um uns mit aktuellen Infos, Statistiken und Geschichten rund um das Team zu versorgen. Seit mehr als 20 Jahren liefert Peter jede Ausgabe pünktlich! Mit dem Heft dokumentiert er die lebendige Vereinsgeschichte für Generationen von Fans.“
Das Titelfoto zeigt Peter Neiss.