Youngster Matteo Echelmeyer geht seinen geplanten Weg beim SC Spelle-Venhaus
Daran gibt es keinen Zweifel: Der Kader des Fußball-Oberligisten SC Spelle-Venhaus ist auch in der Breite gut besetzt. Die Konkurrenzsituation ist schon im Training groß. Dennoch hat das junge Eigengewächs Matteo Echelmeyer schon drei Kurzeinsätzen verzeichnet. „Das hat mich natürlich sehr gefreut“, sagt der 19-jährige Offensivspieler.
Der Blondschopf ärgert sich nur, dass sein Treffer in Hemmingen wegen einer Abseitsposition nicht anerkannt wurde. „Das wäre doppelt schön gewesen.“ Inzwischen sind zwei weitere Einsätze gegen Bersenbrück und in Vorsfelde dazukommen und haben das Selbstvertrauen wachsen lassen. Drei Kurzeinsätze, drei Siege.
In Hemmingen auf Einsatz spekuliert
Echelmeyer weiß natürlich, dass er auch vom Verletzungspech seiner Mitspieler profitiert. Die ersten fünf Partien dieser Saison saß er ohne Einsatz auf der Bank. In Hemmingen spekulierte er selbst, dass es klappen könnte, „wenn alles gut läuft“. Es fehlten einige Spieler, Spelle führte zwischenzeitlich 4:0. Zudem ist er sicher, dass Trainer Henry Hupe den Kickern den Einsatz gönnt.
„Ich war immer optimistisch“
„Ich war immer optimistisch“, erklärt Echelmeyer, der schon im jüngeren A-Junioren-Jahrgang zum Oberliga-Kader stieß. Allerdings warf Verletzungspech ihn mehrfach zurück. „Sonst hätte er noch weiter sein können“, stellt der Sportliche Leiter Tobias Harink fest. Der SCSV hat mit Echelmeyer einen klaren Plan, der mit dem Spieler abgesprochen ist. Dabei ist Geduld eine ebenso wichtige Tugend wie der Ehrgeiz. Echelmeyer bringt beides mit.
„Matteo ist ein unfassbar guter Typ, hat immer gute Laune, ist lernbereit und trotzdem demütig. Er hat schon viele Entwicklungsschritte gemacht. Die führen auch über Einsätze in der U23 in der Bezirksliga, damit er Spielpraxis bekommt.
„Jan Popov bestes Beispiel“
Echelmeyer, der sich als geduldig beschreibt, weiß, dass jeder Fußballer eine Rolle in der Mannschaft spielen will. Deswegen macht ihn der aktuelle Status nicht restlos glücklich. Er weiß aber auch, dass er noch lernen, besser werden und auch körperlich stärker werden muss. Und auch, dass das Niveau im Herrenbereich höher ist. Echelmeyer, der mit dem Fahrrad binnen zehn Minuten das Sportgelände erreicht, hat erkannt: „Man muss lernen, das Ego zurückzustellen und den Fokus auf die Mannschaft zu richten, ihr den Erfolg zu gönnen.“ Als bestes Beispiel nennt Echelmeyer Jan Popov: „Der hat in Spelle eine super Entwicklung gemacht.“
SCSV setzt auf Talente aus der Region
Für den SCSV ist der Anteil an Eigengewächsen und jungen Spielern aus der näheren Umgebung wichtig. Diesen Sprung haben etwa die Popov-Brüder Artem, Anton und Jan, Tom Winnemöller, Mattis Niemann und Steffen Wranik geschafft.
Den Kader bewusst auch in der Breite verstärkt
Vor der Saison haben die Verantwortlichen abgesprochen, den gewachsenen Kader auch in der Breite weiter zu verstärken. „Jetzt sieht man, dass es sinnvoll war“, verweist Harink auf den einen oder anderen verletzungsanfälligen Spieler. Zudem kann es auch berufliche oder private Verhinderungen geben. In Vorsfelde fehlten gleich neun Spieler, trotzdem siegten die Schwarz-Weißen völlig verdient mit 4:0. Genau wie vier Tage zuvor unter ähnlichen Bedingungen gegen Bersenbrück. „Ich glaube, dass es nicht viele Mannschaften in der Liga gibt, die trotz neun Ausfällen so eine hohe Qualität auf den Platz bekommen.“
Gespräche mit den Spielern geführt
Als im September noch die meisten Spieler fit waren, führten Harink und Hupe einige Gespräche mit den Fußballern, weil der eine oder andere mit seiner Situation natürlich nicht zufrieden war. Die Harmonie im Team stimmte weiter. „Auf der anderen Seite konnte man schon sehen, dass jeder, der sich wirklich aufdrängt, auch seine Chancen bekommen hat“, erklärt Harink. Bestes Beispiel ist Abwehrspieler Jost Krone: Er ist geduldig geblieben, hat gut und beständig trainiert und sich wieder stark in der Mannschaft zurückgemeldet. Zuletzt konnte auch Niklas Oswald seine Qualität zeigen.
Starker Zusammenhalt
Aktuell ist der SC Spelle-Venhaus Tabellenführer. Auch das ist in der starken Liga ein Zeichen dafür, wie hoch die Qualität im gesamten Kader und auch der Zusammenhalt in der Mannschaft ist. Am Sonntag geht es um 14 Uhr mit dem Heimspiel gegen den FC Verden weiter.
Das Foto zeigt Matteo Echelmeyer (vorne links) im Spiel gegen Borussia Mönchengladbach.