„Mega gefreut“: NFV-Stipendium für Spelles Junioren-Trainerin Alexandra Trepohl

20.10.2026 | Fussball Allgemein
„Mega gefreut“: NFV-Stipendium für Spelles Junioren-Trainerin Alexandra Trepohl

„Ich habe mich einfach mega gefreut. Das war eine richtig gute Nachricht“, erinnert sich Alexandra Trepohl noch genau an die Mail vom Niedersächsischen Fußballverband (NFV). Die Trainerin der A2-Junioren des SC Spelle-Venhaus hat eins von 25 Stipendien für den B-Lizenzlehrgang bekommen, kann sich also als Coach weiterbilden und -entwickeln. „Das ist mein Ding“, weiß sie längst.

Im Rahmen des Projekts „Dein Spiel“ will der NFV die Zahl der Frauen und Mädchen im niedersächsischen Fußball bis 2027 deutlich erhöhen. Trepohl, die im Frühjahr die C-Lizenz bekommen hat, erhielt ein Vollstipendium für den Erwerb der B-Lizenz, die sie im nächsten Jahr beginnen kann. Zuvor muss sie noch einen Eignungstest bestehen. Im Online-Bewerbungsverfahren ging es um ihre Person, ihre Arbeit als Trainerin und ihre Ziele.

In Beesten begonnen, in Messingen weitergemacht

Mit dem Fußballspielen begann Trepohl schon bei den Minikickern von Fortuna Beesten, wechselte dann zum Mädchenteam von Adler Messingen. Dort hat sie nach Ausflügen zur zweiten Mannschaft des SCSV und zu Union Meppen gerade ihre aktive Laufbahn beendet. Weil sie sich ein Leben ohne Fußball nicht vorstellen kann, hat sie sich früh Gedanken gemacht, wie es weitergehen soll. Schon in der vergangenen Saison trainierte sie die weibliche A-Jugend von Messingen. Als sie gefragt wurde, sagte sie direkt zu. „Ich war sofort Feuer und Flamme.“

Trainerin der Speller A2-Junioren

Im Sommer wurde die Mannschaft wegen fehlender Spielerinnen aufgelöst. Also bewarb sich Trepohl auch beim SCSV, für den sie sich bei mehreren Anfragen entschied. Auch „weil ich mehr Entwicklungsmöglichkeiten für mich gesehen habe“. Sie übernahm die A2-Junioren. Die Arbeit im Jungen- und Herrenbereich bietet nach ihrer Einschätzung mehr und bessere Möglichkeiten für die eigene Entwicklung als Trainerin. „Als Frau im Männerfußball muss man sich eher beweisen. Da wird noch mal genauer hingeschaut. Das ist ein bisschen der Reiz.“ Sie habe klare Vorstellungen vom Fußball und könne das vermitteln, sagt die 29-Jährige, die auch von ihrem Beruf als Erzieherin profitiert. „Da kann man viel übertragen, gerade was die Mannschaftsführung angeht.“

„Aufgabe macht Spaß“

Wie ungewöhnlich Trainerinnen im Herren- und Juniorenbereich sind, entnimmt Trepohl schon der ständig wiederkehrenden Frage, warum sie keine Frauen coache. Schon nach wenigen Monaten hat sie gespürt, wie viel Spaß ihr die Aufgabe beim SCSV bereitet. Die Jungs, die aus verschiedenen Mannschaften kamen, „haben mich gut angenommen. Wir mussten uns als Team komplett finden. Es hat sich wirklich gut eingespielt.“ Zudem ist das Team erfolgreich, spielt in der Spitzengruppe der Kreisliga C mit.

Leistungsbereich als Ziel

Als erstes eigenes Ziel nennt Trepohl die persönliche Weiterentwicklung als Trainerin. Dann den Einstieg in den Leistungsfußball. Ihr Traum ist es, „vielleicht irgendwann als Trainerin Geld zu verdienen. Ich will nochmal wissen, was in mir steckt“, ist der Ehrgeiz nicht zu überhören.

Drei prominente Vorbilder

Als Vorbild nennt Trepohl drei Coaches: Den deutschen Bundestrainer Jürgen Klopp, der die Menschen besonders mitnehmen könne. Interessant findet sie dessen taktische Entwicklung hin zum „sehr ausgeklügelten Pressingverhalten“. Den englischen Nationaltrainer Thomas Tuchel, dessen speziellen Charakter, der auch schon mal polarisiere und ein bisschen anders mit Spielern umgehe. Und den langjährigen ehemaligen Freiburger Trainer Christian Streich, der über den Fußball hinaus einen sehr respektvollen Blick auf die Menschen habe.

 

Das Foto zeigt Alexandra Trepohl mit der A2 des SC Spelle-Venhaus.

 

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