Spelle muss am Freitag unter Flutlicht in Bersenbrück „komplett ans Limit gehen“
Ein Flutlichtspiel am Freitagabend - „das ist Motivation genug“, sagt Henry Hupe. Der Trainer des Fußball-Oberligisten SC Spelle-Venhaus erwartet ab 19.30 Uhr beim TuS Bersenbrück ein interessantes und intensives Verfolgerduell nach einer kurzen Anreise. Der Gastgeber weist auf Tabellenplatz vier zwei Zähler mehr auf als der SCSV.
Abergläubisch ist Hupe, was das Datum angeht, nicht. Denn die Partie findet am Freitag, den 13., statt. Der 28-Jährige hat allerdings seine „erfolgsbasierten Rituale“. Er weiß, dass er auch aus der Statistik der vergangenen Jahre nichts ableiten kann. Von den 17 Punkt- und Pokalspielen seit 2016 haben die Emsländer zehn gewonnen und nur fünf verloren.
„Entscheidend is auf‘m Platz“
„Entscheidend is auf‘m Platz“, lautet die Weisheit der Dortmunder Fußballlegende „Adi“ Preißler. Die gilt auch am Freitagabend. Die Duelle des SCSV gegen den TuS waren meist ausgesprochen intensiv und packend. Das gilt insbesondere für das 4:2 der Emsländer in der Hinrunde, das im vierten Anlauf den ersten Heimsieg der aktuellen Saison bescherte, mit dem die Mannschaft Hupes Geburtstagswunsch erfüllte. Die Tore schossen Elias Strotmann, Marvin Kehl, Luca Tersteeg und Steffen Wranik für den Gastgeber, beide Bersenbrücker Treffer erzielte Fyn Luca Ebeling zum zwischenzeitlichen 2:3. In einer Partie auf hohem Niveau waren die Schwarz-Weißen effektiver - und stoppten die mit der Empfehlung von drei Siegen in Serie angereisten Gäste.
Beide Teams nach der Winterpause noch sieglos
Auf diese Effektivität und konsequente Arbeit in der Defensive setzt Spelle auch am Freitagabend. So soll im dritten Anlauf der erste Sieg nach dem Re-Start ins Restprogramm gelingen. In Lüneburg gab es bei widrigen Platzverhältnissen ein 0:2. Am vergangenen Wochenende folgte ein 1:2 im Schlager gegen Delmenhorst. „In den ersten 25 Minuten waren wir nicht gut im Spiel. In der Zeit hat der Gegner das Spiel mit seinen beiden Toren gewonnen“, bekennt Hupe selbstkritisch. Doch danach machte sein Team Druck, kam aber nur noch zum Anschlusstreffer, „gegen einen Gegner, der eine große Qualität mitbringt. Diese 60 bis 65 Minuten fand ich echt gut von den Jungs.“
Höpfner und Gensicke im Kader
Das Spiel habe gezeigt, dass seine Mannschaft auch mit den absoluten Topteams der Liga mithalten könne, wenn sie ans Limit komme. „Wenn nicht, dann wird es schwierig.“ Deswegen ist es für Hupe wichtig, dass der SCSV, in Bersenbrück „wirklich 90 bis 95 Minuten komplett am Limit ist. Personell hat sich die Situation kaum verändert. Mehrere Spieler fallen aus. Rückkehrer Tjark Höpfner und der wieder genesene Leon Gensicke, der Sonntag für die U23 traf, rücken wieder in den Kader.
Bersenbrück verstärkte Offensive weiter
Der als einer der Titelfavoriten in die Saison gestartete TuS Bersenbrück hat nach der Winterpause nur zwei von neun möglichen Punkten gesammelt. Dabei traf die mit insgesamt 47 Treffern torgefährlichste Elf der Oberliga siebenmal. In der Vorbereitung wurde die Offensive noch verstärkt durch den von Kickers Emden zurückgekehrten Michel Eickschläger und Hakim Traoré. Der Bruder des für Heidenheim in der Bundesliga spielenden Omar Traoré hat in seiner vereinslosen Zeit auch beim SCSV mittrainiert. Zum Team von Trainer Andy Steinmann gehören zwei ehemalige Speller: Moritz Waldow und Patrick Siemer. Gefährlichste Schützen sind Markus Lührmann (9), Saikouba Manneh, Simon James (beide 7) sowie der Ex-Meppener und -Osnabrücker Marcos Alvarez (6).
Das Foto zeigt Artem Popov (l.) beim Spiel gegen Bersenbrück.