Spelle verpasst Lucky Punch gegen den Favoritenschreck Vorwärts Nordhorn

25.10.2026 | Fussball Allgemein
Spelle verpasst Lucky Punch gegen den Favoritenschreck Vorwärts Nordhorn

Einige Minuten nach dem Schlusspfiff des ersten Pflichtspiels zwischen dem SC Spelle-Venhaus und Aufsteiger Vorwärts Nordhorn seit 14 Jahren wechselten die Trainer Henry Hupe und Viktor Maier in aller Ruhe freundliche Worte. Sie stimmten überein, dass die Punkteteilung beim 2:2 in Ordnung war. Während der teilweise hitzigen Partie „auch zwischen den Bänken“ sah es anders aus. „Aber das gehört bei einem Derby dazu“, sagt Hupe, der später mit seinem Grafschafter Kollegen die Telefonnummern austauschte.

Beide Mannschaften hatten mit den schwierigen Boden- und Witterungsverhältnissen zu kämpfen. Zudem schenkten sie sich auf dem Platz bei heftigem Regen und starken Windböen kaum etwas. Die 646 Zuschauer im Getränke Hoffmann Stadion sahen ein Kampfspiel. „Wir wollten mutig bleiben. Ich denke, wir konnten Spelle frühzeitig aus dem Rhythmus bringen, hatten zu Beginn schon die Möglichkeit, das 1:0 zu erzielen.“

Spelle nutzt einen Aufbaufehler

Doch den ersten Treffer schossen die Gastgeber. „Spelle nutzt einen Aufbaufehler von uns, spielt sehr gut über außen durch und zielstrebig in die Box“, beschrieb Maier den Treffer von Artem Popov. Die Schwarz-Weißen hätten nachlegen können. „Wenn da das 2:0 gefallen wäre, wäre das Spiel nach Hupes Einschätzung durch gewesen. Andererseits: Hätte Vorwärts nach dem 2:1 erneut getroffen, wäre wohl auch für Spelle nichts mehr möglich gewesen.

„Zu viel Aufwand für ein Tor“

Das Nordhorner Ziel nach dem Seitenwechsel ging auf: „Kein Stück nachlassen, in die Zweikämpfe kommen und hohe Ballgewinne.“ Maier zählte vier Großchancen für sein Team und haderte: „Das war auch in den letzten Spielen unser Problem. Wir müssen viel zu viel Aufwand betreiben, um ein Tor zu erzielen.“

Elfmeter und Fernschuss gegen den SCSV

Die Gelegenheit vom Elfmeterpunkt ließ sich Nordhorns Kyle Godwin Houdegle nicht entgehen. SCSV-Keeper Mattis Niemann habe den Vorwärts-Stürmer getroffen, schilderte Maier die Situation aus seiner Sicht. „Wir ziehen das 1:1 und nehmen eine gewisse Wucht mit.“ Kai-Uwe Löpkers erhöhte per Fernschuss auf 2:1.

Zufallsfaktor

Nach dem Ausgleich durch Adrian Lenz drängte Spelle auf den dritten Heimsieg, hatte hochkarätige Chancen. Der Lucky Punch wäre aus Hupes Sicht nicht ganz unverdient gewesen, „aber unterm Strich ist es okay für beide Mannschaften“. Er schränkte allerdings ein: „Natürlich ärgern uns ein bisschen. Aber den Jungs kann ich überhaupt keinen Vorwurf machen. Sie haben alles auf dem Platz gelassen.“ Der Speller Coach haderte mit den Platzverhältnissen. „Da geht der Zufallsfaktor nach oben“, hätte er lieber auf Kunstrasen gespielt.

Vorwärts Favoritenschreck

Nordhorn machte dem Ruf als Favoritenschreck Ehre. Der Aufsteiger punktete gegen Wilhelmshaven und Braunschweig und schlug Hildesheim. „Wir haben für die eine oder andere Überraschung gesorgt, aber auch schon mal auf die Fresse bekommen“, erinnert Maier an 0:5-Niederlagen gegen Heeslingen und den nächsten SCSV-Gegner Bersenbrück (Mittwoch, 19.30 Uhr, Getränke Hoffmann Stadion). „Wir sind eine junge Truppe, Neulinge in der Liga. Für uns zählt jeder Punkt. Wir denken nur an den Klassenerhalt. Alles andere ist für uns utopisch.“

Maier einst mit Kroos in Spelle

Die Speller haben seit mehr als 25 Jahren kein Punktspiel mehr gegen Vorwärts Nordhorn verloren. Viktor Maier war zum ersten Mal am 21. März 2007 in Spelle. Der heute 36-Jährige lief an der Seite von Toni Kroos beim 4:1 der deutschen U17-Nationalmannschaft im EM-Qualifikationsspiel gegen Griechenland im Speller Stadion auf. Für den DFB-Nachwuchs absolvierte er elf Spiele. Bei den Senioren trat er 23 Mal für Kirgisien an, unter anderem bei den Asien-Meisterschaften.

 

Das Titel-Foto zeigt Adrian Lenz.

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